Konzept
Traumwand PapagenoA
Das Projekt setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Einerseits werden die Künstler Anfang September in einem einwöchigen Workshop auf der Traumwand das bestehende Konzept weiter entwickeln, um die Einflüsse der außergewöhnlichen Umgebung in das Stück einfließen lassen zu können, und dieses dann auf dem Berg zur Aufführung bringen. Andererseits wird der Geist der Traumwand auch in einer weiteren Aufführung nach Wien getragen, wo in der Galerie brick5 Bilder des ländlichen Raumes auf jene des städtischen stoßen.
Mit Sprache und Ausdruck Brücken bilden (von Mozart in die Gegenwart)
Im Mozartjahr 2006 setzt das Traumwand Projekt bewußt einen Gegensatz zur städtischen Kulturproduktion und wirft einen neuen, unerwarteten Blick auf Mozarts Werk außerhalb der gewohnten Aufführungsräume.
Ausgangspunkt bildet die Figur des Vogelfängers Papageno aus der Oper „Die Zauberflöte“. Er ist Anstoß für die Auseinandersetzung mit dem Thema Sprache, verbalem versus körperlichem Ausdruck. Die Künstlergruppe hat bereits in den letzten Jahren einen eigenen, spezifischen Stil entwickelt, der abseits der klassischen Theaterinszenierungen nicht den Text des Drehbuches in den Vordergrund stellt. Im Gegenteil, zumeist arbeiten sie mit einer Art „Phantasiesprache“, die lautmalerisch den Gefühlsregungen der Protagonisten Ausdruck verleiht. Ziel ist es, innere Emotionen nach außen zu kehren und dem Gegenüber nicht nur sichtbar, sondern spürbar zu machen. In unserer heutigen Welt spielt Sprache eine so zentrale Rolle, trotzdem stehen wir immer öfter verständnislos voreinander, weil Worte nicht das auszudrücken vermögen, was im Innersten eines Menschen vor sich geht.
So versucht das Projekt, alle menschlichen Sinne anzusprechen und webt ein feines Netz aus Lautsprache bis hin zu musikalischen Schwingungen.
Tanztheater an den Grenzen zwischen Lebens- und Wahrnehmungswelten
Der Weg der verschiedenen Prüfungen des Papageno führt bei uns durch die Berglandschaft am Fuße des Gamsfelds an der Grenze zum Salzkammergut und dient als Symbol für den Lebensweg eines jeden Menschen, der im Zyklus der Entwicklungen und Metamorphosen die verschiedenen Lebenswelten erkundet. So führt auch Papageno seine Zuschauer während der Performance an verschiedene Schauplätze. Das Publikum trifft die Künstler auf neutralem Boden, nicht in einem abgeschlossenen Raum einer Galerie oder eines Theaters, sondern dem allen zugänglichen Naturraum. Die Zuschauer werden auch als Teil der Aufführung miteinbezogen, wodurch die Grenzen zwischen Künstler und kunstinteressiertem Publikum verschwimmen.
Die Wälder und Berggipfel des Tennengaus, die uns oft als undurchdringlich erscheinen, werden zu einem Spiegel für das Labyrinth, das Papageno zu bewältigen hat.
Bergwelten und Stadträume
Nicht nur während des Workshops und der Performance auf der Alm selbst bewandern wir Papagenos Lebensweg, das Konzept der Bewegung zieht sich durch das gesamte Projekt, von der Alm ins Tal und weiter in den städtischen Aufführungsraum.